Eine gute Mannschaft und ein guter Verein zeichnet sich durch Zusammenhalt aus, auch wenn es mal nicht läuft wie geplant. Und so wie beim Fußball auch mal eine Position anders besetzt werden muss - einer die Akteure auf dem Feld auch mal ein wenig weiter nach vorne rücken muss. Und so kann es eben auch beim Schach gehen, wenn unerwartet die Vorbereitung aus dem Fenster fliegt, sich die gesamte Konstellation ändert und man eben reagieren muss.
So erreichte uns - zwei Stunden vor dem oberbayerischen Finale, wo außer uns auf dieser Ebene nur der SK Gräfelfing antrat - die Nachricht dass Ruben, unser Stammspieler auf Brett 3, kurzfristig ausfällt. Das war schon ein kleiner Schockmoment, denn unsere Stammbesetzung kann mittlerweile auf eine mehrjärige Erfolgsgeschichte zurückblicken, zu der sich neben dem zweimaligen Deutschen Meistertitel erst vor ein paar Monaten die Deutsche U12 Vizemeisterschaft hinzugesellen konnte. Aber in einem guten Verein zählt eben der Zusammenhalt: nachdem sich die Situation materialisierte, war Melissa Merle (die große Schwester unseres Meistermannschaftsspielers Atreyu und ihreszeichens Oberbayerische Meisterin 2024 mehrmaliges Brett 1 bei der Bayerischen Mädchen Mannschaftsmeisterschaft) ohne zu zögern bereit, auszuhelfen. Gut, dass sie sich erst am Vortag beim Nuber-Pokal einspielen konnte! Atreyu ging somit ein Brett nach oben und Melissa stieg an Brett 4 mit ein. Vorne spielten in gewohnter Manier Fynn Jeremy Lange an Brett 1 und unser Mannschaftskapitän Tobias Hagn an Brett 2. Damit war klar: wir treten an, wir sind komplett und wir lassen uns nicht unterkriegen!
So kamen wir morgens alle rechtzeitig in Gräfelfing an, wo mit Diwen Cheng, Elias Zhou, Darsh Agarwall und Louis Cheng zwar nicht die Stammbesetzung, aber ein durchaus stark besetztes Team auf uns wartete. Hier sollte auch die Organisation der Gastgeber-Seite gelobt werden: Thomas Sörgel leitete die Runde auf routiniert ruhige Weise und die Spieler selbst zeichneten sich ebenso durch tadelloses Verhalten aus.
Nach Rundenbeginn gingen alle Spieler konzentriert in ihre Partien und man sah hauptsächlich ruhige und wohl überlegte Züge am Brett. Nach etwa 1 Stunde sah es so aus, als ob sich Fynn, obwohl noch nicht weit aus der Eröffnung raus, bereits einen Stellungsvorteil erspielt hatte. Tobi lag ebenfalls klar vorne und Atreyu ebenso mit einem Bauernpunkt. Bei Melissa hatte sich leider nach der Eröffnung ein Fehler ereignet, weswegen sie eine Figur zurücklag. Sie konnte sich jedoch zurückkämpfen und die Figur zurückgewinnen! Der Gegner sah jedoch seine Chance und spielte weiter auf Angriff. Hier kam natürlich auch die DWZ-Differenz von mehr als 400 Punkten zum Tragen, weswegen leider nach guten 30 Zügen und etwa 1.5 Stunden ein Matt durch die Gegenseite den ersten Punkt für Gräfelfing lieferte.
Aber auch hier kämpft eine gute Mannschaft weiter! Tobi hatte seinen ursprünglichen Vorteil noch weiter ausbauen können und spielte weiter stark nach vorne, so dass er bereits kurz nach der ersten Niederlage den Spielstand wieder ausgleichen konnte! Natürlich blieb er als vorbildlicher Mannschaftskapitän bei seiner Mannschaft im Raum und konnte somit live miterleben, wie Fynn an Brett 1 ebenso einen dominanten Sieg erreichen konnte und uns damit bereits den Gesamtsieg sicherte (in dieser Runde galten die "Pokalregeln", so dass die Gastmannschaft mit Weiß-Schwarz-Schwarz-Weiß spielt aber das höchte Siegbrett bei Gleichstand entscheidet).
Atreyu konnte nun also im Prinzip frei spielen, befand sich aber trotz des Vorteils von 1 Punkt in einer eher verkeilten Stellung. Sein Gegner konnte durch einen gezielten Angriff ihm den einen Bauernpunkt wieder abknöpfen, aber dennoch blieben Chancen auf dem Brett. Der Gegner rechnete allerdings gut und schafft es, das Ganze in ein Remis abzuwickeln. Somit stand es für uns insgesamt 2.5 zu 1.5 und ein etwas anderes U14-Team als erwartet ist Oberbayerischer U14-Meister 2026!
Wir sind gespannt, wie es weitergeht, aber eines ist klar: die Jugend des TV Tegernsee lässt immer wieder mit Erfolgen von sich hören und in den verschiedensten Konstellationen können wir immer wieder ein Zeichen setzen. Schön, dass unsere Jugend so viel Spaß am Schach hat!